Naturnaher Garten Lohausen - Der Bambus

Ein typischer anderer Problem-Kandidat im Kleingarten ist der Bambus. "Den" Bambus gibt es natürlich nicht. Es gibt mehrere hunderte Arten und ich spreche hier von dem, den man auf meinen Sommerbildern unschwer erkennen kann. Diesen Bambus bekam ich im Januar 2008 von einem Restaurant-Leiter - praktisch schon fast verdorrt - geschenkt. Der war froh, dass er ihn nicht mehr entsorgen musste. 8 Kübel, die ich dann im Kreis auf den Rasen gepflanzt hatte, nachdem ich beschlossen hatte, diese an sich seit Jahren ungenutzte Fläche endlich zu bepflanzen (immer nur rasenmähen, wozu?).
Der Bambus hat sich seitdem kontinuierlich erholt und sein volles Potenzial entwickelt. Es ist unglaublich schön anzusehen, wie sich alle Pflanzen wie aus einem Guss bewegen, wenn der Wind den Bambus schüttelt. Im Frühjahr 2015 haben es Elstern geschafft, im Bambus ein riesiges Nest zu bauen. Ich wurde erst darauf aufmerksam, als sich der Bambus aufgrund des zunehmenden Gewichts krümmte. Wie die Vögel das in dem sich ständig bewegenden und ja auch sehr filigranen Bambusspitzen geschafft haben, bleibt mir ein echtes Rätsel. Der Bambushain im Zentrum des Gartens erfüllt eine wichtige Funktion, denn er bietet Schutz für viele Vögel.
Aber es gibt auch die andere Seite: der Bursche treibt in alle Richtungen aus! Das ist die schlechte Nachricht, denn ich habe in unserem rheinischen Betonboden keine Rhizomsperre eingebaut, auch weil es viel zu teuer geworden wäre. Was also tun? Jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst werde alle Triebe, die über den Kreis hinauswachsen, gekappt. Dieser Bambus wächst zum Glück dicht unter der Bodenobenfläche, so dass man alle Triebe bis in 5-15cm Tiefe erfassen kann. Früher mit dem Spaten und Spitzhacke, heute mit einer elektrischen Bodensäge. 
Vor Jahren bekam ich wegen des Bambus einen Brief von einem Rechtsanwalt, beauftragt durch den damaligen Vorstand des Kleingartenvereins mit der Drohung einer Kündigung, wenn ich den Bambus nicht entfernen würde. Ich habe den Vorstand daraufhin im Frühjahr - nachdem alle Neu-Triebe entfernt waren - in den Garten eingeladen und gezeigt, dass hier keine Gefahr in Verzug mehr ist. Seitdem wird der Bambus regelmässig zweimal jährlich durch mich kontrolliert. Eine Knochenarbeit, die ich aber gerne als Gegenleistung für den Erhalt des Bambus erbringe.

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